Gibt es auch “moderne” Studentenverbindungen in Deutschland?

Ich finde die Idee von Studentenverbindungen ja nicht schlecht. Man trifft sich, lernt zusammen, verbringt zusammen seine Freizeit und knüpft Kontakte in die Berufswelt. Aber irgendwie scheint es mir so, dass die deutschen Studentenverbindungen alle ziemlich traditionsbewusst und auch ein wenig altmodisch auftreten. So gibt es dort ja meistens Uniformen, strenge Hierarchien, Geschlechtertrennung und (manchmal) auch kaum geschützte Fechtwettbewerbe. Auch die Verbindungshäuser sind ja meist im sehr klassischen Stil gehalten.
Gibt es nicht auch solche Verbindungen, die keine Geschlechtertrennung und solch ein konservatives Auftreten haben? Ähnlich wie im Sport- oder Freizeitverein oder so?

2 Kommentare zu „Gibt es auch “moderne” Studentenverbindungen in Deutschland?“

  1. A sagt:

    Ich finde, dass der Maßmannplatz e.V. in München das ungefähr erfüllt: ideologiefreies, studentisches Zussammenleben. Schade, dass es solche Vereine nicht öfterr gibt (Auch wenn jeder einen Gründen könnte). Ist aber offiziell keine Studentenverbindung

  2. jossip sagt:

    Nein, sowas gibt es nicht.
    Es gibt Burschenschaften, die von ultrakonservativ bis NPD-faschisitisch sind. In ihren Verbindungshäusern hängen Landedswappen von Ostpraiissen, Schlääsien, Posen, Elsaß-Lothringen ganz selbstverständlich neben der Steiermark, Südtirol, Hessen und Bayern.
    Dann gibt es Landsmannschaften, die gemäßigt rechts sind.
    Und dann gibt es die Corps, die das ganze Spektrum von “C”SU bis FDP abdecken, und auch SPDler und Grüne dulden.
    Allen gemeinsam sind diese so genannten “Pflichtmensuren”, eine pro Semester, insgesamt vier.
    WAS das genau beinhaltet, Konnte mir während meiner Studizeit keiner von denen so richtig erklären und rüberbringen. (als ob die von jemandem bedroht würden…), < Überwindung des inneren Schweinehundes> (als ob es da nichts anderes gäbe…), (hohles Dummgelaber…) waren so die Standartsprüche.
    Seltener geworden, aber durchaus noch gang und gäbe sind jene Duelle ( auch “Ehrenhändel” genannt). Irgendwelche Meinungsverschiedenheiten, die sich im besoffenen Kopf zu Beleidigungen steigern, die sich (ANGEBLICH) dann auch nicht mehr per Entschuldigung im dunklen Anzug aus der Welt schaffen lassen, dann tritt man in der Tat mit zwei scharfen Mensurwaffen gegeneinander an (PC, Persönliche Contrahage).
    Wenn mehrere Mitglieder (meist auch im alkoholisierten Zustand) sich zu Beschimpfungen und Beleidigungen hinreißen lassen, dann werden auch PP´s fällig. (“Pro Patria”…LOL…, fürs Vaterland…). Dann fechten mehrere für die Ehre der Farben…
    Zwar nach strengen Regeln und unter Aufsicht von sog. “Paukärzten” ( das sind richtige Ärzte, die diesen Verbindungen angehören, und ggf. nähen), und anschließendem Besäufnis, und AAAALLES ist wieder guuuut….
    Es soll in den 70ern Bestrebungen gegeben haben, farbentragende Verbindungen, ohne Fechtmensuren und ohne Geschlechtertrennung aufzubauen, aber soweit mir bekannt ist, sind all diese Versuche gescheitert.
    Es gibt auch “nichtschlagende” Verbindungen, also ohne diese idiotische Fechterei. Das sind allerdings genauso konservative Männerbünde, und sind bei den “Schlagenden” nicht gerade gut angesehen.